Tel Aviv, ein Resümee

Lesedauer: etwa 6 Minuten

Vor ziemlich genau vier Wochen saß ich abends im Sand, den Rücken an einen Pfahl gelehnt, gerade angekommen, auf das Meer blickend und kann mich noch an den ersten Satz erinnern, den ich mir sagte: „Das ist jetzt deine Heimat für die nächsten vier Wochen.” Es war ein gemischtes Gefühl bestehend aus dem Reiz des großen Unbekannten, was nun auch mich zukommt, einer gewissen Neugier, allein all die Tage zu gestalten und der freudigen Erwartung, mit aller Zeit in eine andere Welt einzutauchen.

Ein Gefühl, was sich selbst nach vier Wochen noch ganz nah anfühlt. Gefühlt war es gestern. Zeit für ein kleines Resümee.

„Ben Gurion is the most safe airport in the world“

Lesedauer: etwa 7 Minuten

Den letzten Abend in Tel Aviv verbrachte ich in einem Hostel, da Todd neue Gäste empfing. Sapir Hostel, gleich nebenan und noch näher am Strand. Es war günstig, der Außenbereich liebevoll zusammengeschustert, doch das Zimmer glich eher einer kleinen Knastzelle und wollte mir offenbar schon mal einen kleinen Vorgeschmack geben zu dem, was kommen mag.

Khamsin, Kzitzria und die Kunst des Klumpenformens

Lesedauer: etwa 4 Minuten

Als Geografie-mündliche-Prüfung-Abiturient hatte ich allerhand mit Welten, Wolkenbildung und Winden zu tun. So war mir der Scirocco wohl bekannt und in Erinnerung – offenbar aber nur aus dem Grund, dass das gleichnamige Auto damals ziemlich weit oben auf der „Haben-wollen-wenn-du-den-Führerschein-hast“-Liste stand. Wer hätte gedacht, dass dieser Wüstenwind knapp 19 Jahre später nochmal in mein Leben tritt, doch diesmal nicht theoretisch in Lehrbüchern, sondern in praktischer Natur. Wie praktisch.

Über das Denken der Gedanken

Lesedauer: etwa 4 Minuten

Ich komme gerade vom Strand wieder, um die rote Sonne im Meer versinken zu sehen. Ohne Capri-Fischer und noch weniger Eis. Sondern dachte nach. Über die vergangenen Tage. Über das, was noch kommt.

Ein Freund des Hummus’

Lesedauer: etwa 3 Minuten

Der erste Arbeitstag in Remote. Die Aufregung davor kann es nicht gewesen sein, weswegen ich seit 2 Uhr wach lag und mir die Zeit bis zum Morgengrauen mit dem Schauen von Serien tot schlug. Der Kopf wollte einfach nicht zur Ruhe kommen. Wie auch immer.

Glücklicherweise ist Tel Aviv eine Stunde voraus, weswegen die künftigen Morgenmeetings nun erst 10:00 Uhr Ortszeit stattfinden. Also habe ich schon eine Stunde Zeitvorsprung. Zeit genug, die frisch erworbenen Kaffeebrühtechniken anzuwenden und die einsamen Eier aus dem Kühlschrank zu befreien. Mit der frisch getankten Koffein- und Eiweiß-Energie wurde ich via Skype ins Meeting dazugeschaltet, die aktuellen Themen des Tages ausgetauscht und es ging frisch ans Werk. Da es vormittags ziemlich kühl und bewölkt war, zog ich mich ins Apartment zurück und arbeitete von dort aus.

Let me Gugy that for you

Lesedauer: etwa 3 Minuten

Heute Morgen hatte ich Todd in meinem Apartment zu Gast, um sich die Schäden der vergangenen Sturmnächte anzuschauen. Doch das interessierte ihn nur wenig und so fanden wir uns auf der Terrasse wieder und aus dem Plan, früh das Haus zu verlassen, um Jaffa zu sehen wurde erstmal nichts. Die Stimme und sein Gesicht zeichneten deutliche Spuren der vergangenen Nacht. Bei arabischem Kaffee waren aus der Verankerung gerissene Sonnenschirme und verwehte Aufliegerkissen schnell vergessen und so schwadronierten wir über die richtige Zubereitung des Kaffees, kamen über einen Ritt durch die Geschichte Israels auf den Klimawandel und fanden uns auf einmal in politischen Diskussionen wieder, schließlich ist Todd Halb-US-Amerikaner. Er berichtete von seinem Hauptgeschäft, dem Import von deutschem Bier (Schnitzer Bräu) und wie er dieses in Tel Aviv hoffähig machen will. „If you like beer“ werden wir demnächst eine Verkostung veranstalten. Unter heftigem Nicken nahm ich diese Einladung an.

All we are is dust in the wind

Lesedauer: etwa 4 Minuten

Aus meinen hinlänglich vorbereiteten Studien der israelischen Reihe „Eis am Stiel“ weiß ich, dass es in Israel stürmisch zugeht. Im übertragenen Sinne. Denn ein Orkan zog gestern Nacht über die Stadt und riss alles mit, was nicht angebunden oder einbetoniert war. Ich war es glücklicherweise und so bin ich jetzt lediglich eines Auflagekissens verlustig und eines verwackelten Gewitterbildes reicher.