Toulouse: Avec plaisir

J‹étais en Toulouse le dernier semaine. Und es fing verheißungsvoll an: Strammen Schrittes ging ich morgens zur S-Bahn, die mich zum Flughafen fahren sollte. Anschlussticket: Fehlanzeige. Nachgelöst. Handgepäckaufgabe: Sprengstoffkontrolle. Bestanden. Final Call: Tel Aviv. Noch nicht von Relevanz. Also wurde der Flieger bestiegen und es ging mit den Premiumplätzen 31 Eff gen Südwesten. Prochaine arrêt: Toulouse.

Toulouse

 

Die Tram Richtung Innenstadt spuckte mich am Palais de Justice aus und flüsterte leise: „Den Rest musst du alleine schaffen.“ Gesagt getan, also wurde das Gepäck über Stock, Stein und Schotterpiste dem Belastungstest unterzogen und zielsicher gen Rue Pargaminières bugsiert.

Angekommen an der Herberge: Qu‹est-ce que c‹est?! Oder wie man neudeutsch sagt: What the fuck?! Denn der Blick auf die andere Straßenseite bot schöne Waren in Form von Pastéis de Nata feil. Habe ich mich etwa in der Stadt geirrt und bin in Lissabon gelandet? Nein. Also kurzerhand eingecheckt und sofort ähnlich strammen Schrittes nach gegenüber die erste Köstlichkeit gekauft.

Frisch gestärkt sollte fortan ein erster Eindruck der Stadt gewährt werden. Was tut also der unvorbereitete Tourist? Klar, erstmal ans Wasser gehen. Denn dieses befand sich keine fünf Gehminuten entfernt. Die Fjooooorde Garonne präsentierte sich in seiner vollen grün-schimmrigen Schönheit unter den gelbumlaubten Platanen in der frühherbstlichen Sonne und einem fernen Blick auf die Pyrenäen. Hallo Frankreich! ❤

Es fehlte nur noch ein kühles Bier, um dem ersten Eindruck ein erstes Krönchen aufzusetzen. Gesagt getan ging es zum einzigen Platz am Ufer, welcher offenbar eine offizielle Schankerlaubnis besaß, den Inhalt des kühlen Fasses in ein dafür vorgesehenes Glasbehältnis schütten zu dürfen. Da es gestattet war, dies ausschließlich im angrenzenden Biergarten verzehren zu dürfen, wurde noch ein Schälchen Oliven geordert, vertilgt und darauf hingearbeitet, auf Plastikbecherbier umzusteigen. Denn nur dies durfte ans Wasser genommen werden und so verbrachte die kleine Reisegruppe den ersten Sonnenuntergang in der südfranzösischen Stadt mit feiner Lokalgerste aus Kunststoffbehältnissen.

Toulouse

 

Toulouse

 

Auf dem Stadtplan hatte ich gesehen, dass die Innenstadt Toulouses ein Kanal umsäumt, dem sogenannten Canal du Midi. Dieser verbindet die Stadt mit dem Mittelmeer, also sollte dies der erste Anlaufpunkt sein, die Stadt zu erobern. Der Weg dorthin führt über den Canal de Brienne und war pittoresker als der „Kanal des Südens“ selbst.

Toulouse

 

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Also verließ ich frühzeitig die Wege in den nahegelegenen botanischen Garten „Jardin Japonais Pierre Baudis“ zur ersten Rast mit biologischer Weiterbildung. Ahornblättrige Platanen hinter sich lassend ging es auf das andere Garonne-Ufer, um abschließend frisch sonnengerö(s)tet den Abend bei formidabelster libanesischer Küche und Pastis ausklingen zu lassen.

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Der Marché Victor Hugo bildete den Ausgangspunkt des dritten Tages. Bewaffnet mit französischen Köstlichkeiten wurde der Grundstock des späteren Abendessens gelegt. Gekühlt gelagert – also die Speisen – ging es nun in den Südteil der Altstadt: Über den Quai de Tounis in den Jardin des Plantes, um das frisch erworbene Wissen über die Baumkunde zu vertiefen und Pfirsiche und Kakis fachmännisch unter Zuhilfenahme von Schildern und Wörterbüchern zu bestimmen. Rhododendren bildeten dort noch die grauen Mäuse unter den Pflanzen und so beschloss ich, das mit der Botanik sein zu lassen und mich wieder den wichtigen Dingen des Städtetouristen zu widmen: Entdecken. Zum Beispiel ein antiker Flohmarkt auf der Allées Forain-François Verdier, verborgene Plätze, verwinkelte Gassen, verwunschene Hauseingänge.

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Die Abendmahlverspeisung abschließend sollte dies noch verdaut werden. Diesmal nicht mit Pastis, sondern anderen Lukullitäten. Hierzu bot der hiesige Barguide diverse Lokalitäten an und die Auswahl fiel auf die Fat Cat, offenbar ein angesagter Laden. Denn er war brechend voll, doch hatte im Separée noch Platz für gaumenschmäusige Kehlen. Einen Gin Mare später war das Schnapsbudget auch schon aufgebraucht und es ging nochmal ans Meer an die Garonne, dem feierwütigen Studentenvolk bei der Verrichtung ihres Abends zuzuschauen. Ende Tag 3.

 

 

 

Der letzte Tag wurde mit einem Pistazienkeks eingeläutet. Umherirrend wurden plutente Passanten passiert, über Plätze mit unfreundlichen Pedienungen gepflügt, um schlussendlich beim Pier am Pfluss die Tage ausklingen zu lassen. Lispelnde Vögel warfen Niederschlag auf die Erde und bescherte schlussendlich dem hungrigen Magen fantastische Burger – unbedingte Besuchsempfehlung!

 

 

 

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Toulouse, c‹était mon plaisir! Fünf Tage reichen mit dir, um alles Sehenswerte gesehen zu haben, aber du warst mir eine tolle Gastgeberin. #yolo #duckface #lookatmehowbeautiful

State of emergency // How beautiful to be // State of emergency // Is where I want to be

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