Posts Tagged: Architektur

MAAT

Wenn der letzte Lissabon-Besuch vor 2016 liegen sollte, wartet auf den Besucher eine neue Attraktion: Das Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia, kurz MAAT. Im Stadtteil Belém gelegen ist es vom gegenüberliegenden Ufer nur erahnbar. Denn es fügt sich nahtlos in die flache Uferlinie ein, ist dennoch nicht minder spektakulär.

Highlight ist neben der geschwungenen Wellen-Konstruktion das begehbare Dach, von dem man nicht nur einen grandiosen Blick auf den Tejo, sondern auch direkten Zugang zum – durch die Bahn abgeschnitteten – dahintergelegenen Bélem hat. Und mit Glück erstreckt sich auch ein Regenbogen über den Stadtteil. Aber nur mit Glück.

Pompeji im Regen

Wenn einer eine Reise nach Neapel tut, dann muss er auch Pompeji erleben. Und so schwang ich meine Hufe in Richtung Bahnhof Garibaldi, um für einen schmalen Taler die versunkene Stadt am Fuße des Vesuvs zu besuchen. Versunken? Stimmt gar nicht, denn die einst verschüttete Stadt wurde knapp 1700 Jahre nach Ausbruch des Vulkans wieder freigelegt. Und nochmal knappe 250 Jahre später dem Touristen, der sich nun gemeinsam mit Archäologen die Stadt teilt.

U-Bahnhöfe Neapels

Die Metropolitana di Napoli ist das U-Bahn-Netz Neapels. Wobei der Begriff Netz übertrieben ist, besteht sie doch nur aus bislang einer richtigen Linie, der – man mag es kaum glauben – Linie 1. Zwischenzeitlich gab es noch die Linie 6. Diese wurde für die Fußball-WM 1990 geplant, doch aus Geldmangel nicht wirklich in Betrieb genommen wurde. 2011 wurde die Linie wieder eingestellt.

Neapel sehen…

Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch.“ — So beschrieb es einst schon Herr Goethe auf seiner Italienreise, wo er 1787 in der süditalienischen Stadt Halt machte. 231 Jahre später wollte ich es ihm gleichtun. Goethe hatte damals keine Billigflieger zur Verfügung. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass ich einen klaren Zeitvorteil ihm gegenüber hatte: Goethe blieb schließlich auch 13 Tage in der Stadt und ich nur 5.

Stiegenhaus im Haus zur Schwarzen Muttergottes

Ich habe die Eigenschaft, mich nicht unbedingt auf Urlaube oder Städtetrips vorzubereiten. Dies hat ungeheure Vorteile, aber auch den Nachteil, dass ich erst nach den Trips erfahre, was man noch hätte anschauen können. So auch das TreppenStiegenhaus im Haus zur Schwarzen Muttergottes, welches mir seitdem immer wieder auf Fotoportalen unterkommt. Und so hat sich der erneute Ausflug nach Prag gelohnt: Ich kann es endlich auch mal knipsen!

5 Gründe, warum Marseille nicht »meine« Stadt ist. Oder vielleicht doch.

Ich verbrachte diese Woche ein paar Tage in Marseille. Und was hat man nicht schon alles von dieser Stadt gehört: »Klein-Paris«, »Perle des Mittelmeers«, »Schmelztiegel der Kulturen«. Also buchte ich einen günstigen Flug und eine zentral gelegene Airbnb-Wohnung wenige Minuten entfernt von dem zentralen Ort, dem Vieux Port. Da ich mich traditionsgemäß wenig auf die Orte vorbereite, die ich besuche, ging es also gleich nach der Ankunft auf Erkundungstour, bei 35° Celsius – es konnte schließlich niemand ahnen, dass es im Sommer an der Mittelmeerküste warm würde.

Nach etwa zwei Stunden machte sich eine erste Ernüchterung breit: Wo ist denn diese Perle? Und wo ist denn diese typische Mittelmeeratmosphäre mit Fischern, lauschigen Bars und der Flaniermeile am Wasser? Vielmehr fand ich gehetzte Menschen, leere Cafés und Sicherheitspersonal in martialischen Outfits und Maschinengewehren vor. Ich war offenbar in einem anderen Marseille gelandet, als es landläufig kolportiert wird.

Warum ich nie so richtig warm mit dieser Stadt wurde und was sie dennoch äußerst reizvoll macht, möchte ich kurz schildern.

Rotermann-Viertel, Tallinn

Gelegen zwischen der Tallinner Altstadt, dem Hafen und dem Viru Platz befindet sich das historische Stadtviertel Rotermann. Christian Barthold Rotermann – neben seinem Vater, einem Hutmacher, der Namensgeber des Quartiers – errichtete einst auf dem zentralen Platz einen Salzspeicher und wurde dadurch einer der einflussreichsten estnische Industriellen während der Jahrhundertwende um 1900.

In der weiteren Zeit wurden dort zusätzliche Speicher, ein Kaufhaus, diverse Lebensmittelfabriken sowie Produktionshallen gebaut und das Rotermann-Viertel wurde zu einem wichtigen Handelsplatz in Tallinn. Bedingt durch die Weltkriege und der darauf folgenden Sowjetherrschaft verrottete das Industrie-Viertel zunehmend – der russische Filmemacher Andrei Tarkovsky hat auf dem Gelände u.a. seinen Science Fiction-Film Stalker gedreht – und so kam Anfang der 1990er Jahre die Idee auf, die alten Fabrikanlagen neu zu nutzen, statt sie verfallen zu lassen oder gar einfach abzureißen.

Die steinernen Bauten aus dem Industriezeitalter wurden angereichert durch moderne, neue architektonische Wunderwerke aus Stahl, Glas und Backstein. Eine wahre Spielwiese für Architekten, die sich trotz strenger Auflagen – das Viertel steht unter Denkmalschutz und es darf nicht höher als 24 Meter gebaut werden – wunderbar austoben dürfen.

Unnützes Partywissen am Ende: Das erste Autohaus Estlands stand auf diesem Gelände.