I ♡ MCR

Ankunft in Manchester. Es ist 7:00 Uhr morgens und die endlos langen Gänge am Flughafen spucken mich nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle in der Stadt aus. Ich zücke mein Telefon, um mir ein Ticket mit dem Zug in die City zu buchen. Bin ich richtig Richtung Liverpool, denn eigentlich möchte ich doch nach Manchester? Vorbei an den schnuckligen Vorstädten mit Backsteinreinhenhäusern, die Silhouette der Stadt immer näher rückend irgendwann die Ankunft am Bahnhof Piccadilly. Ein Hauch britischer Bahnhofsbaukunst weht mir entgegen und ich laufe einfach dorthin, wo das Schild ins City Centre zeigt. Das Vorhaben hielt nicht lang an, denn bereits auf dem Vorplatz tat sich ein wunderbares Ensemble auf, was ich näher erkunden wollte. Erster Umweg.

Manchester

Angekommen auf einem leeren Piccadilly, der zentrale Platz im Herzen Manchesters. Voller Müll und Obdachloser. Schmuddelecken. Übrig gebliebene Pommes und Bierdosen zeugen vom Treiben der Nacht. Nur die Doppeldeckerbusse und Trams versprühen etwas Leben, morgens um 8:00 Uhr. Bin ich hier wirklich richtig? War es eine gute Idee, völlig ins Blaue einen Flug nach Manchester zu buchen, ohne irgendwas über die Stadt zu wissen? Ins Hotel konnte ich auch noch nicht, da die Rezeption erst ab 9:00 Uhr besetzt ist. Also umherstreunen und erstmal was zu Essen besorgen.

Dies führte mich durch das Northern Quarter, früher das Zentrum der städtischen Baumwollindustrie, was nunmehr der alternativen Kulturszene zuzuordnen ist und mit allerlei kleinen Läden aufwarten kann, die jedoch noch hinter Rolläden verriegelt waren. Der Charme der britischen Industriemetropole mit seinen Backsteinbauten, Feuertreppen und interessanten Hinterhöfen erschloss sich nun.

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Nach einer kurzen Ruhepause im Hotelzimmer ging es gegen 11:00 Uhr nun los zur Erkundung der Stadt. WTF? Auf einmal waren die Straßen bevölkert, Piccadilly war voller Menschen und die einst tote zentrale Einkaufsstraße säumten nun hunderte Menschen. Jawoll!

Mangels traditioneller Unvorbereitung ließ ich mich treiben, lief in Seitenstraßen, kam an wunderschönen Plätzen heraus, ging in die Kathedrale von Manchester (nicht Old Trafford), den wunderbaren Flüssen und Kanälen entlang und tauchte in die Stadt ein.

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Die Wasserlage. Es war mir nicht bewusst, dass Manchester über so viele Kanäle verfügt, die beinahe alle über einen Uferweg verfügen. Und so machte ich mich nach einem kurzen Zwischenstopp im „The Crafty Pig“ zum Achtelfinalspiel Frankreich–Argentinien, ein paar Amstel und einer überaus nährstoffreichen Portion Fries (überbacken mit Bohnen, Béchamel-Soße und Käse) wieder auf die Pirsch – diesmal gen Old Trafford. Denn in unmittelbarer Nähe des alterwürdigen Stadions von Manchester United wurde in den letzten Jahren die MediaCityUK errichtet, die mit interessanter Architektur aufwarten konnte.

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Zurück an Flüssen, Kanälen und Rappern, die unbedingt meine fotografische Motivklingel anzapfen wollten, stand am Ende des Tages 26 Kilometer auf dem Fußmarsch-Tacho. Ein Halbmarathon, der sich rundum gelohnt hat.

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Fazit eines gelungenem Kurztrips in die englische Industriemetropole: Manchester ist eine rauhe Stadt, ähnlich Marseille. Es riecht nach Öl und Industrie und nicht umsonst ist die Biene das Stadtwappen, steht sie doch für Fleiß, Arbeit und Produktivität. Man sieht allerorten seine Geschichte, den Verfall, den Aufbruch in die Moderne. Das alles strahlte auf mich eine gehörige Faszination aus, so dass festeht: Ich werde wiederkommen. Oder um es mit einem Slogan der Stadt auszudrücken: I ♡ MCR.

Manchester

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