Posts in Category: Urban

Feierabend in Kiew

Was würde geschehen in einem Land, dessen Sprache du nicht sprichst, weil du sie noch nicht mal lesen kannst? In einem Land, das vom Rest der EU abgeschnitten ist, in der Außenwirkung von Krisen, Korruption und Kälte geprägt ist. Wo es kein bequemes EU-Roaming gibt, um mal schnell auf Google Maps den aktuellen Standort oder Restauranttipps zu checken. Versuch macht kluch, also musste buchte ich den Fluch Flug! Off to Kiev. Das Abenteuer begann.

Ein Wochenende in Vilnius

Liebes Tagebuch,

Ich verbrachte drei Tage in Vilnius, dem letzten noch offenen Spot der Hauptstädte baltischer Länder. Das Aufstehen morgens um 5 Uhr in Berlin gestaltete den Start etwas holprig, hatte jedoch den Vorteil, früh etwas von der Stadt zu haben. Also Ankunft um 10:30 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Litauens.

Ein Wochenende in Sofia

Im März verbrachte ich ein paar Tage in Sofia. Und was soll ich sagen? Ich hatte selten Städte, in denen ich auch danach nicht weiß, was ich von ihnen halten soll. Sofia ist so eine. Einerseits eine wahre Perle Südosteuropas, rauh und mit dem positiven Charme des ehemaligen Ostblocks. Breite Magistralen, üppige Grünanlagen, kein aus seiner langen Geschichte gewachsenes Zentrum. Andererseits mondän, bemüht herausgeputzt und mit den üblichen Manieren westlicher Kulturen. Dazu so weltoffen, dass es sich ein Viertel der Religionen, das sogenannte »Dreieck der Toleranz« leistet: In unmittelbarer Nähe der Kirche Hl. Nedelja schließt sich die Banja-Baschi-Moschee an, die wiederum von der Sofioter Synagoge – die nach den Synagogen in Budapest und Amsterdam der drittgrößte jüdische Sakralbau Europas ist – flankiert wird. Wundervoll. Ein Vorbild für den Rest der Welt.

I ♡ MCR

Ankunft in Manchester. Es ist 7:00 Uhr morgens und die endlos langen Gänge am Flughafen spucken mich nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle in der Stadt aus. Ich zücke mein Telefon, um mir ein Ticket mit dem Zug in die City zu buchen. Bin ich richtig Richtung Liverpool, denn eigentlich möchte ich doch nach Manchester? Vorbei an den schnuckligen Vorstädten mit Backsteinreinhenhäusern, die Silhouette der Stadt immer näher rückend irgendwann die Ankunft am Bahnhof Piccadilly. Ein Hauch britischer Bahnhofsbaukunst weht mir entgegen und ich laufe einfach dorthin, wo das Schild ins City Centre zeigt. Das Vorhaben hielt nicht lang an, denn bereits auf dem Vorplatz tat sich ein wunderbares Ensemble auf, was ich näher erkunden wollte. Erster Umweg.

5 Gründe, warum Marseille nicht »meine« Stadt ist. Oder vielleicht doch.

Ich verbrachte diese Woche ein paar Tage in Marseille. Und was hat man nicht schon alles von dieser Stadt gehört: »Klein-Paris«, »Perle des Mittelmeers«, »Schmelztiegel der Kulturen«. Also buchte ich einen günstigen Flug und eine zentral gelegene Airbnb-Wohnung wenige Minuten entfernt von dem zentralen Ort, dem Vieux Port. Da ich mich traditionsgemäß wenig auf die Orte vorbereite, die ich besuche, ging es also gleich nach der Ankunft auf Erkundungstour, bei 35° Celsius – es konnte schließlich niemand ahnen, dass es im Sommer an der Mittelmeerküste warm würde.

Nach etwa zwei Stunden machte sich eine erste Ernüchterung breit: Wo ist denn diese Perle? Und wo ist denn diese typische Mittelmeeratmosphäre mit Fischern, lauschigen Bars und der Flaniermeile am Wasser? Vielmehr fand ich gehetzte Menschen, leere Cafés und Sicherheitspersonal in martialischen Outfits und Maschinengewehren vor. Ich war offenbar in einem anderen Marseille gelandet, als es landläufig kolportiert wird.

Warum ich nie so richtig warm mit dieser Stadt wurde und was sie dennoch äußerst reizvoll macht, möchte ich kurz schildern.

Rotermann-Viertel, Tallinn

Gelegen zwischen der Tallinner Altstadt, dem Hafen und dem Viru Platz befindet sich das historische Stadtviertel Rotermann. Christian Barthold Rotermann – neben seinem Vater, einem Hutmacher, der Namensgeber des Quartiers – errichtete einst auf dem zentralen Platz einen Salzspeicher und wurde dadurch einer der einflussreichsten estnische Industriellen während der Jahrhundertwende um 1900.

In der weiteren Zeit wurden dort zusätzliche Speicher, ein Kaufhaus, diverse Lebensmittelfabriken sowie Produktionshallen gebaut und das Rotermann-Viertel wurde zu einem wichtigen Handelsplatz in Tallinn. Bedingt durch die Weltkriege und der darauf folgenden Sowjetherrschaft verrottete das Industrie-Viertel zunehmend – der russische Filmemacher Andrei Tarkovsky hat auf dem Gelände u.a. seinen Science Fiction-Film Stalker gedreht – und so kam Anfang der 1990er Jahre die Idee auf, die alten Fabrikanlagen neu zu nutzen, statt sie verfallen zu lassen oder gar einfach abzureißen.

Die steinernen Bauten aus dem Industriezeitalter wurden angereichert durch moderne, neue architektonische Wunderwerke aus Stahl, Glas und Backstein. Eine wahre Spielwiese für Architekten, die sich trotz strenger Auflagen – das Viertel steht unter Denkmalschutz und es darf nicht höher als 24 Meter gebaut werden – wunderbar austoben dürfen.

Unnützes Partywissen am Ende: Das erste Autohaus Estlands stand auf diesem Gelände.

Off to Helsinki

Ist man einmal in Tallinn, ist der Weg auch nicht weit über die Ostsee gen Helsinki. Für knapp zwei Stunden Überfahrt zahlt man wochenends(!) schmale 12 Euro für eine Strecke und bekommt neben einer fantastischen Seereise auch einen Eindruck dieser wunderbaren Perle der Ostsee. Auf geht’s!